WHO
© Credits
WHO
© Credits
/

Länder treiben Ausarbeitung des zweiten Europäischen Arbeitsprogramms voran

23 January – 12 May 2025

Höhepunkte der Veranstaltung

Das zweite Europäische Arbeitsprogramm (EPW 2) ist ein strategischer und operativer Rahmen, der den Mitgliedstaaten und WHO/Europa als Anleitung für ihre gesundheitspolitische Arbeit im Zeitraum 2026–2030 dienen soll. Das EPW 2 wird zusammen mit den Ländern entwickelt, und die Beiträge von Akteuren des Gesundheitswesens, Regierungen, Organisationen der Zivilgesellschaft, Wissenschaftlern, Entwicklungspartnern, Jugendverbänden und der Privatwirtschaft sollen sicherstellen, dass dieser Rahmen die wichtigsten Gesundheitsthemen in der äußerst heterogenen Europäischen Region beinhaltet.

Als Teil des umfassenden Mitgestaltungsprozesses haben die Mitgliedstaaten in den letzten Wochen auf nationaler Ebene Konsultationen durchgeführt, um gemeinsame gesundheitspolitische Prioritäten und gemeinsame Ziele zu ermitteln. Durch die während dieser Konsultationen gesammelten Informationen wird sichergestellt, dass die im Entwurf des Dokuments mit dem EPW 2 enthaltenen Prioritäten für die Europäische Region die gesundheitlichen Herausforderungen der einzelnen Länder widerspiegeln. 

Über 30 Länder in der Europäischen Region haben Konsultationen auf nationaler Ebene organisiert. Die WHO-Länderbüros und ihre Anlaufstellen beim Regionalbüro haben in Abstimmung mit den Vertretern der nationalen Gesundheitsbehörden ein geeignetes Format für die Diskussionen gefunden, das den Teilnehmern möglichst viel Gelegenheit zum Meinungsaustausch und zur Interaktion bietet.

Interaktiver Workshop zum EPW 2 in Nordmazedonien

Nordmazedonien veranstaltete am 11. März einen interaktiven Workshop, bei dem die Teilnehmer sich an Präsentationen und Plenardiskussionen sowie an der Prioritätensetzung beteiligen konnten, um es einer Vielzahl von Interessengruppen zu ermöglichen, sich durch strukturierte Beiträge und offene Diskussionen umfassend einzubringen. 

Bei der Erörterung der insgesamt sechs Schwerpunktbereiche stellten die Teilnehmer fest, dass die Diskussion mehr Klarheit in Bezug auf die Prioritätensetzung bei Maßnahmen für das Gesundheitssystem des Landes gebracht habe. Das Format des Workshops sorgte für eine aktive Beteiligung, und die eingegangenen Rückmeldungen deuten darauf hin, dass die Teilnehmer in der Gewissheit, dass ihre Beiträge direkten Einfluss auf das EPW 2 haben, stärker in den Prozess eingebunden wurden. 

„Die Teilnahme am Konsultationsprozess für das EPW 2 hatte einen großen Einfluss auf mein Vorgehen bei der nationalen Konsultation für die Länder-Kooperationsstrategie (CCS)“, berichtet Biljana Celevska, die nationale Ansprechperson für das EPW 2 und die CCS beim Gesundheitsministerium Nordmazedoniens. „Es hat mir nicht nur eine klarere Sicht auf unsere gesundheitlichen Prioritäten gegeben, sondern mich auch persönlich dazu motiviert, unsere Bemühungen mit den übergeordneten Zielen der Europäischen Region in Einklang zu bringen, sodass meine Bemühungen zielgerichteter und stärker mit unserem nationalen Kontext verbunden sind.“ 

Akeem Ali, Repräsentant der WHO in Nordmazedonien, betonte, wie wichtig es sei, das EPW 2 an den Prioritäten der Länder auszurichten: „Die Konsultation zum EPW 2 trug wesentlich dazu bei, die Berücksichtigung der spezifischen gesundheitlichen Bedürfnisse Nordmazedoniens im Rahmen der breiteren Gesundheitsziele der Europäischen Region sicherzustellen. Indem wir die Bedürfnisse und Prioritäten des Landes mit den Zielen der Europäischen Region in Einklang bringen, sorgen wir dafür, dass das Gesundheitssystem des Landes so unterstützt wird, wie es zielführend und im Rahmen des EPW 2 erreichbar ist.“ 

Zielgerichtete Dialoge in der Republik Moldau

Das EPW 2 wurde in einer Reihe von gezielten Dialogen mit maßgeblichen Interessengruppen in der Republik Moldau erörtert, die zwischen Januar und April stattfanden. Dabei arbeitete das WHO-Länderbüro eng mit der nationalen Ansprechperson, der Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Angela Paraschiv, zusammen, um eine Übereinstimmung mit den nationalen Prioritäten sicherzustellen. An den Anhörungen zum EPW 2 nahmen zwei Minister der Regierung, Alexei Buzu und Ala Nemerenco, teil; außerdem fanden Online-Informationsveranstaltungen mit Vertretern von verschiedenen Ministerien und Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens statt. 

Die Teilnehmer berichteten, dass sie nach diesen Veranstaltungen ein stärkeres Gefühl der Eigenverantwortung in Bezug auf die Zukunftsvision des EPW 2 und eine stärkere Übereinstimmung mit dieser Vision verspürten. 

„In Zeiten von Bedrohungen und Seuchenausbrüchen ist die Gesundheitssicherheit nicht mehr nur eine Aufgabe für die Gesundheitssysteme, sondern auch eine Frage der nationalen und regionsweiten Stabilität“, erklärte Ion Vaculin, Leiter des Medizinischen Dienstes des Innenministeriums. „Wir haben sowohl aus der COVID-19-Pandemie als auch aus dem Krieg in der benachbarten Ukraine sehr viel gelernt. Wir sind entschlossen, unsere Zusammenarbeit mit der WHO zu verstärken, die grenzüberschreitende Koordinierung zu fördern und unseren Vorsorgerahmen zeitnah in die Lage zu versetzen, zu den Bemühungen der nationalen Gesundheitspolitik beizutragen und auf potenzielle gesundheitliche Notlagen zu reagieren.“

Konsultation im Hybridformat in Albanien

Albanien entschied sich für ein Hybridformat mit zwei interaktiven Online-Segmenten, gefolgt von einer Präsenztagung am 18. März. Die Veranstaltung fand auf Einladung des Ministeriums für Gesundheit und soziale Sicherheit statt, und den Vorsitz führte die Stellvertretende Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit, Entela Ramosaçaj, die als Ansprechperson für das EPW in Albanien nominiert wurde. Damit war eine hochrangige Vertretung der wichtigsten nationalen Akteure und Gesundheitseinrichtungen sichergestellt. Zu den Teilnehmern gehörten neben Vertretern des Ministeriums für Gesundheit und soziale Sicherheit und des Instituts für öffentliche Gesundheit auch Wissenschaftler und Führungskräfte des öffentlichen Gesundheitswesens sowie andere Sachverständige.

Fruchtbare Diskussionen und positive Kommentare im Anschluss an die Konsultationen zum EPW 2 zeugten von einem größeren Engagement. „Je größer die Herausforderungen, je größer die Hindernisse und je tiefer die Fallgruben der Pseudowissenschaft, desto deutlicher wird, dass Organisationen wie die WHO unverzichtbar sind – und dass ein tiefgreifender Wandel im Dienste der Menschheit dringend notwendig ist. Das EPW 2 ebnet den Weg für einen grundlegenden Wandel, der von Ehrgeiz und einem gemeinsamen Ziel getragen wird, das auf unseren gemeinsamen Werten beruht“, erklärte Gazmend Bejtja, der zuständige Beamte beim WHO-Länderbüro in Albanien.

Präsenztagung in Lettland

Lettland entschied sich für eine Präsenztagung am 14. April, an der 50 Vertreter von Ministerien, Institutionen, nichtstaatlichen Organisationen, Hochschulen, Gesundheitsverbänden und Universitätskliniken teilnahmen. Die Teilnehmer zeigten sich erfreut über die Chance, zur Gestaltung künftigen Agenda für die Europäische Region beitragen zu können. Die Konsultation diente auch der Vertiefung der Beziehungen mit dem WHO-Länderbüro, da mehrere Institutionen die WHO einluden, in der Folge Vorträge zu gesundheitsrelevanten Themen zu halten. 

Als vorrangiges Thema wurde die Gesundheitssicherheit als Teil der nationalen Sicherheit genannt, insbesondere im Hinblick auf die Bekämpfung von Desinformationskampagnen. Lettland war in der Lage, gemeinsam Aktionspunkte zu sämtlichen Hauptthemen zu vereinbaren und die Bereiche zu benennen, in denen die Unterstützung der WHO benötigt wird. Die Teilnehmer arbeiteten in kleinen Gruppen und nutzten Design-Thinking-Methoden, um die Diskussionen zu moderieren, die von den Teilnehmern als interaktiv und ansprechend bewertet wurden. 

Karina Zalite, Verbindungsperson der WHO in Lettland, schilderte ihre Sicht der Konsultationen: „Ich bin sehr stolz darauf, dass Lettland an der Entwicklung unseres Kompasses für Gesundheit und Wohlbefinden für den Zeitraum 2026–2030 beteiligt war. Lettland ist zwar ein kleines Land, aber die Menschen engagieren sich sehr für den Wandel und die Gestaltung einer besseren Zukunft mit mehr Gesundheit für alle.“

Ressortübergreifende Arbeitsgruppe in Belgien

Der Föderale Öffentliche Dienst (FPS) Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt in Belgien berief am 12. Mai eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe ein, um im Rahmen des EPW 2 Prioritäten für eine neue CCS für den Zeitraum 2026–2030 festzulegen. In Anwesenheit von Vertretern der Regionalregierungen und föderaler Ministerien präsentierte WHO/Europa die im ersten Entwurf des EPW 2 skizzierten Prioritäten. Weitere Konsultationstagungen mit nichtstaatlichen Organisationen und WHO-Kooperationszentren sind geplant, um den Dialog zu fördern und strategische Prioritäten zu ermitteln, die nicht nur mit den nationalen Gesundheitszielen Belgiens übereinstimmen, sondern auch zur Verwirklichung der Prioritäten des EPW 2 beitragen. 

Überarbeitung und Fertigstellung des EPW 2

Die während der Länderkonsultationen gewonnenen Erkenntnisse fließen zusammen mit formellen schriftlichen Rückmeldungen der Mitgliedstaaten in die nächste Fassung des Dokuments mit dem EPW 2 ein. Diese wird im Laufe des Sommers von den Ländern weiter geprüft. 

Ein abschließender Entwurf des Dokuments mit dem EPW 2 wird den Mitgliedstaaten auf der 75. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa im Oktober 2025 zur Annahme vorgelegt.