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Rückblick auf die durch Long COVID verlorenen Jahre: Susans Geschichte

16 March 2026
Vor drei Jahren kämpfte Susan, eine Beraterin für Gesundheitskonzepte, mit den lähmenden Symptomen des Post-COVID-19-Syndroms, das gemeinhin unter der Bezeichnung „Long COVID“ bekannt ist. Dazu gehören Erschöpfung, Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und hohes Fieber. Mit der Zeit fragte sie sich, ob sie jemals wieder dieselbe sein würde.

Anlässlich des Internationalen Tages des Bewusstseins für Long COVID am 15. März 2026 erklärte Susan, wie ihre Erfahrung mit der Krankheit ihr Leben weiterhin maßgeblich prägt. 

„Meine Genesung von Long COVID verlief sehr langsam und in kleinen Schritten. Es hat wohl etwa zweieinhalb Jahre gedauert, bis ich wieder einigermaßen in der Normalität angekommen war, aber da mein Leben aufgrund der ständigen Müdigkeit sehr bewegungsarm geworden war, ist es schwierig, genau zu sagen, wie lange.“ 

Susan sagt, entscheidend für ihre Genesung seien Ratschläge von der Website des britischen Royal College of Occupational Therapists und von Unterstützungsorganisationen für Myalgische Enzephalomyelitis (ME) gewesen.

„Der Versuch, mich anzustrengen oder die Müdigkeit weg zu trainieren, war verlockend, aber man empfahl mir stattdessen, meine Energie durch die drei zentralen Gebote – Temporegulierung (sog. „Pacing“), Planung und Prioritätensetzung – zu steuern. Indem ich mich an diesen Kurs hielt, mit sanftem Yoga begann, eine positive Einstellung entwickelte und jeden Tag so nahm, wie er kam, konnte ich schließlich meine Ausdauer wieder steigern.“ 

Erleichterung und Frustration

Als begeisterte Wanderin und Reiseliebhaberin ist die 69-jährige Susan erleichtert, dass sie diese Dinge nun wieder tun kann, aber der Weg dorthin war nicht einfach. 

„Um einen Rückschlag zu vermeiden, musste ich mir sicher sein, dass meine Erschöpfungssymptome wirklich vorbei waren. Zum Glück habe ich seitdem ein paar recht anstrengende Wanderungen überstanden und habe nun das Gefühl, dass ich für mein Alter wieder ein normales Maß an Gesundheit erreicht habe.“

Sie betont, wie glücklich sie sich jetzt schätzt.

„Wie viele andere Menschen hielt ich, bevor ich Long COVID bekam, meine Gesundheit für etwas Selbstverständliches. Das hat mich gelehrt, dass man nie weiß, was hinter der nächsten Ecke lauert.

„Ich denke auch viel an die Menschen, die weniger Glück hatten als ich, die ihr Leben durch COVID-19 verloren haben, und an die trauernden Familienmitglieder, die keine Zeit mit ihren Lieben verbringen konnten, bevor sie starben.“

Susan ist sich auch dessen bewusst, dass weltweit immer noch Millionen von Menschen unter den lähmenden Symptomen von Long COVID leiden und dass noch mehr Menschen von der Krankheit bedroht sind, solange COVID-19 im Umlauf ist. 

„Es gibt viele Menschen, die unter weitaus schlimmeren Symptomen leiden, als ich sie erlebt habe. Es muss unglaublich frustrierend sein, vor allem für die Jüngeren, die nun nicht mehr in der Lage sind, ihre Karriere fortzusetzen, mit ihren Kindern zu spielen oder ein unabhängiges Leben zu führen. Ich hoffe, dass die Krankheit bald besser erforscht ist und Behandlungen zur Verfügung stehen, die manchen der Betroffenen helfen.“

Mythen und falsche Vorstellungen

Obwohl Susan inzwischen wieder gesund ist, sagt sie, die Erfahrung habe sie menschlich unwiderruflich verändert.

„Ich bin geduldiger mit mir selbst und anderen und nehme mehr Rücksicht, wenn ich sehe, dass jemand langsam geht, sich an der Supermarktkasse mehr Zeit lässt oder in einem vollen Bus oder Zug einen Sitzplatz braucht. Ich weiß Freunde und Familie jetzt viel mehr zu schätzen und bin entschlossen, die Dinge, die ich im Leben noch erleben möchte, nicht aufzuschieben.“ 

Sechs Jahre nach dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Europa hofft Susan, dass die Gesellschaft einige Lehren aus den damaligen Erfahrungen gezogen hat und ein besseres Bewusstsein für die Auswirkungen von Long COVID entwickelt hat.

„Die COVID-19-Pandemie war für so viele Menschen verheerend. Es ist verständlich, dass die Leute die Sache vergessen und weiterkommen wollen, aber man muss sich immer daran erinnern, dass Virusinfektionen schwächend wirken oder sogar tödlich sein können. Ich hoffe, dass die Menschen nun besser in der Lage sind, soziale Kontakte zu minimieren, wenn sie Symptome einer Viruserkrankung haben, und bereitwilliger Schutzimpfungen in Anspruch nehmen, wenn sie angeboten werden. Dann werden auch weniger Menschen Long COVID bekommen.“ 

Falsche Vorstellungen über Long COVID behindern nach wie vor Diagnose, Prävention, Behandlung und Rehabilitation. Um diese Mythen zu entlarven, hat WHO/Europa mit Unterstützung der Europäischen Union im Interesse der Förderung eines wissenschaftlich korrekten Verständnisses acht verbreitete Mythen über Long COVID herausgegriffen und anhand von evidenzbasierten Informationen und echten Patientengeschichten mit widerlegt.