Impfstoffe wirken für jede Generation
20 April 2026
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In der gesamten Europäischen Region der WHO sind Impfungen Teil des Lebensrhythmus geworden und schützen Kinder, Eltern und Großeltern gleichermaßen. Diese Fotostrecke zur Europäischen Impfwoche zeigt, wie Impfstoffe in jeder Generation wirken. Von der historischen Eradikation der Pocken vor 45 Jahren bis hin zu den bemerkenswerten Fortschritten bei der Eradikation der Poliomyelitis – Impfungen gehören zu den größten Errungenschaften unserer Zeit zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Heute wird dieses Erbe durch neue Fortschritte weiter ausgebaut. So hat die Einführung des Impfstoffs gegen Humane Papillomaviren (HPV) bereits zu einem messbaren Rückgang von Gebärmutterhalskrebs beigetragen und bietet künftigen Generationen die Aussicht auf ein Leben, das weniger durch vermeidbare Krankheiten belastet ist.
Doch diese Fortschritte sind keine Selbstverständlichkeit. Denn die sinkende Durchimpfung in bestimmten Bevölkerungsgruppen hat zu Ausbrüchen von Krankheiten wie Masern geführt, die die Gesundheitssicherheit bedrohen und daran erinnern, dass das Vertrauen in Impfstoffe und der Zugang zu ihnen aufrechterhalten werden müssen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind nach wie vor eindeutig: Impfstoffe haben Millionen von Erkrankungen und Todesfällen verhindert. Sie schützen die Gesundheit des Einzelnen in jeder Lebensphase, während sie gleichzeitig die Allgemeinheit schützen und die Gesellschaft stärken.
Wie diese Bilder zeigen, ist die Impfung nicht nur ein medizinischer Eingriff, sondern eine gemeinsame Verpflichtung über Generationen hinweg, die sicherstellen soll, dass dieser Schutz bestehen bleibt.
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Joe (Vereinigtes Königreich ) zeigt seine Narbe von der Pockenimpfung, ein Zeichen für eine erfolgreiche Impfung und Immunität gegen Pocken.
„Ich bin 1946 geboren. Während meiner Kindheit starben jedes Jahr bis zu 2 Millionen Menschen an den Pocken. Meine Generation wurde geimpft und hat letztendlich zur Eradikation der Krankheit beigetragen“, sagt Joe (Vereinigtes Königreich).
Die Eradikation der Pocken gilt als einer der größten Erfolge der Menschheit im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Auf der ganzen Welt waren die Pocken eine weit verbreitete Plage, die vor allem Säuglinge und Kleinkinder befiel und auch die Überlebenden oft entstellte. Durch eine koordinierte weltweite Anstrengung, die zwischen 1967 und 1980 unter der Regie der WHO intensiviert wurde, erreichten die Impfkampagnen Millionen von Menschen, schufen Immunität und durchbrachen die Übertragungsketten. Eine sorgfältige Überwachung, eine schnelle Bekämpfung von Ausbrüchen und eine umfassende Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit sorgten dafür, dass kein Fall ununtersucht blieb. Schließlich wurde die Welt 1980 für pockenfrei erklärt, was in den folgenden Jahren und Jahrzehnten unzählige Menschenleben rettete und ungeheures Leid verhinderte. Dieser Erfolg stellt unter Beweis, dass durch Wissenschaft, Kooperation und Beharrlichkeit selbst die verheerendsten Krankheiten der Menschheit besiegt werden können.
WHO / Elisa Costa
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Elisa hält ihr Neugeborenes (Italien).
„Für mich war es selbstverständlich, dass mein Baby alle empfohlenen Impfungen bekommt, um ihn und die Gemeinschaft zu schützen. Ich betrachte das Impfen als eine bürgerliche Pflicht und bin dankbar für den wissenschaftlichen Fortschritt, der es uns ermöglicht hat, einige schreckliche Krankheiten zu verhindern“, sagt Elisa (Italien).
Impfstoffe schützen nicht nur den Einzelnen, sondern die gesamte Gemeinschaft. Herdenimmunität entsteht, wenn viele Menschen geimpft sind, sodass Bakterien und Viren weniger Chancen haben, sich auszubreiten, und Ausbrüche sich verlangsamen oder auslaufen. Dadurch werden besonders gefährdete Gruppen wie Neugeborene, ältere Erwachsene, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, geschützt. Jede Impfung ist eine kleine Maßnahme, die zu einer sichereren Umwelt für alle beiträgt. Eine hohe Durchimpfung stärkt die Gesundheitssysteme und macht die Bevölkerung widerstandsfähiger.
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Margaret und Richard genießen einen sonnigen Frühlingstag in Edinburgh (Schottland, Vereinigtes Königreich).
„Wir gehören zwar zur älteren Generation, aber wir sind in unserer Gemeinde sehr aktiv. Wir schützen uns jedes Jahr durch eine Grippeimpfung“, sagen Richard und Margaret (Schottland).
Die saisonale Grippe wird manchmal unterschätzt, kann aber für besonders gefährdete Personen tödlich enden. In der Europäischen Region der WHO ist die saisonale Influenza nach Schätzungen jährlich für bis zu 1,9 Mio. schwere Krankheitsverläufe und 25 000 Todesfälle verantwortlich, wobei ältere Erwachsene, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Gesundheitsfachkräfte zu den am stärksten gefährdeten Gruppen gehören. Eine Impfung ist der beste Schutz, und um die am wahrscheinlichsten zirkulierenden Grippestämme einzubeziehen, werden die Grippeimpfstoffe jedes Jahr aktualisiert. Währenddessen verfolgen Wissenschaftler die Influenzaviren weltweit und achten genau auf etwaige neue Stämme mit Pandemiepotenzial, um zum Schutz der Bevölkerung umgehend handeln zu können.
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Claudia ließ sich beraten, bevor sie sich entschied, ihre Kinder impfen zu lassen (Rumänien).
„Ich habe sowohl Argumente für als auch gegen die Impfung gelesen, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich dem, was ich über die Impfstoffe las, vertrauen konnte. Deshalb habe ich mich an Iona [eine Gesundheitsmediatorin] gewandt, mit der ich wirklich reden konnte. [...] Es ist beruhigend für mich, dass meine Kinder geimpft sind, weil ich weiß, dass so die Gesundheit meiner Familie geschützt ist“, sagt Claudia (Rumänien).
Da im Internet immer mehr Fehlinformationen zirkulieren, verbreiten sich falsche Behauptungen oft schneller als Fakten und untergraben das Vertrauen in Impfungen. Das hat konkrete Folgen: Eine geringere Inanspruchnahme verringert die Herdenimmunität, sodass etwa Säuglinge und immungeschwächte Personen einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Obwohl sichere und wirksame Impfstoffe weithin verfügbar sind, kam es in mehreren Ländern der Europäischen Region zu Masernausbrüchen, die auf die sinkende Durchimpfung zurückgeführt werden. Gespräche mit vertrauenswürdigen und qualifizierten medizinischen Fachkräften ermöglichen es, Quellen zu bewerten, Bedenken zu äußern und fundierte Entscheidungen zu treffen. Eine genaue Anleitung schützt Einzelpersonen und Gemeinschaften und trägt zu stärkeren, widerstandsfähigeren Gesundheitssystemen bei.
WHO / Mubina Isamukhamedova
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Mubina spielt mit ihrem Sohn (Usbekistan).
„Als ich jung war, gab es in manchen zentralasiatischen Ländern mehrere schwere Polioausbrüche. Meine Eltern haben mich geschützt, indem sie mich impfen ließen. Heute tue ich das Gleiche für meinen Sohn, denn Impfungen sind das beste Mittel, damit künftige Generationen nie wieder von solchen Ausbrüchen betroffen sind“, sagt Mubina (Usbekistan).
Während eines Großteils des 20. Jahrhunderts lähmte oder tötete Polio jedes Jahr Hunderttausende von Kindern, verbreitete sich rasant von Land zu Land und hinterließ lebenslange Behinderungen. Das früher auf allen Kontinenten verbreitete Virus konnte vor allem dort gedeihen, wo die Immunität gering und die Gesundheitsversorgung unerreichbar war. Dank langfristiger Impfkampagnen, strenger Überwachung und gemeindenahen Gesundheitspersonals konnte Polio bis an den Rand der Ausrottung gedrängt werden: die Fallzahlen sind um mehr als 99 % zurückgegangen. Doch solange das Virus irgendwo zirkuliert, bleibt es überall eine Bedrohung, auch in Ländern, die als poliofrei zertifiziert sind. Zur Eradikation der Krankheit ist es erforderlich, dass jedes Kind geimpft wird, dass die Einschleppung des Virus entdeckt wird und Ausbrüche schnell gestoppt werden und dass ein dauerhaftes globales Engagement aufrechterhalten wird, bis die Übertragung überall beendet ist.
WHO / Marianne Nølle Poulsen
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Marianne und Mads warten auf die Ankunft ihres Babys (Dänemark).
„Ich bin als Kind gegen Röteln geimpft worden, und die Impfung schützt nun mein ungeborenes Kind. Das ist tröstlich und gut für den Seelenfrieden“, sagt Marianne (Dänemark).
Röteln verursachten einst große weltweite Epidemien, die zu Zehntausenden von Fehl- und Totgeburten sowie zu Fällen von Rötelnembryopathie (CRS) führten, die durch Taubheit, Katarakte, Herzfehler und geistige Behinderungen gekennzeichnet ist. Der erste Röteln-Impfstoff wurde 1969 eingeführt und später als Teil der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) weithin angewandt. Routineimpfungen und Auffrischungskampagnen haben zu einem starken Rückgang von Röteln und CRS geführt, sodass in 49 von 53 Ländern der Europäischen Region der WHO die Eliminierung der Röteln nachweislich gelungen ist. Wenn eine Frau in der Kindheit geimpft wird, entwickelt sie lang anhaltende Antikörper, die eine Infektion während der Schwangerschaft verhindern und die Übertragung des Rötelnvirus auf den Fötus blockieren. Eine hohe Durchimpfung bei Jungen und Mädchen führt auch zu einer Herdenimmunität, die die Verbreitung der Krankheit verringert und auch nicht geimpfte Schwangere schützt.
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Ljudmila, eine ukrainische Geflüchtete in der Republik Moldau, mit ihrer Tochter Milana, die gegen HPV geimpft wurde.
„Ich habe beschlossen, meine 12-jährige Tochter gegen HPV impfen zu lassen, weil ich nicht möchte, dass mein Kind an einer Krankheit leidet, die verhindert werden kann. Die Impfung ist eine einfache Geste, aber mit enormer Wirkung“, sagt Ljudmila, eine ukrainische Geflüchtete in der Republik Moldau.
Der Impfstoff gegen Humane Papillomaviren (HPV) schützt vor einer Infektion mit Hochrisikotypen des HPV, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. In der Europäischen Region der WHO wird die Impfung für Mädchen und in vielen Ländern auch für Jungen angeboten, bevor sie sexuell aktiv werden. Der Impfstoff ist – vor allem bei rechtzeitiger Verabreichung – hochwirksam bei der Vorbeugung gegen Infektionen und präkanzeröse Veränderungen des Gebärmutterhalses, die durch die HPV-Typen verursacht werden, gegen die er wirkt. Infolgedessen verzeichnen Länder mit leistungsfähigen Impfprogrammen, die den Impfstoff schon früh eingeführt haben, weniger HPV-Infektionen, weniger Anomalien am Gebärmutterhals und in den ersten geimpften Altersgruppen jetzt auch rückläufige Raten von Gebärmutterhalskrebs.
WHO / Lela Bakradze
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Dr. Lela Bakradze (Georgien) hat ihre gesamte berufliche Laufbahn im öffentlichen Gesundheitswesen verbracht.
„Ich bin sehr optimistisch, was die Aussichten der Impfung angeht, denn sie ist eine der wirksamsten Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit, die die Menschheit bisher erfunden hat“, sagt Dr. Lela Bakradze (Georgien).
Neuartige Impfstoffe, die sich in der Entwicklung befinden, bieten die Möglichkeit, unsere Abwehrkräfte gegen weitere Krankheiten zu erweitern und den Schutz gegen Krankheiten wie HIV, Malaria, Polio und Tuberkulose zu verstärken. Sie werden auch die Gefahr künftiger Ausbrüche von bisher noch unbekannten Krankheiten minimieren. Die Forschung entwickelt sog. „Plattform-Technologien“ wie Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) und virale Vektoren, die schneller angepasst werden können, wenn neue Bedrohungen auftauchen. Erfreulicherweise deuten neue Erkenntnisse darauf hin, dass Impfungen auch Menschen mit nichtübertragbaren Krankheiten zugute kommen können, indem sie das Immunsystem auf hilfreiche Weise trainieren; in ersten Studien werden bereits die Auswirkungen auf bestimmte Krebsarten und entzündliche Erkrankungen untersucht.
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