Zweites Europäisches Arbeitsprogramm 2026–2030 </br>(EPW 2)

Zweites Europäisches Arbeitsprogramm 2026–2030
(EPW 2)

Stellen Sie sich eine Europäische Region vor, in der die Menschen und Gesellschaften gesünder und länger leben und die Gesundheit als universelle Verpflichtung besteht, die nie politisiert, aber immer als vorrangige Aufgabe behandelt wird.

Von dieser Zukunftsvision wird das zweite Europäische Arbeitsprogramm 2026–2030 (EPW 2) geleitet. Mit ihr wollen WHO/Europa und die Mitgliedstaaten in den nächsten fünf Jahren auf die entscheidenden gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit reagieren.

Das EPW 2 besteht aus drei Teilen:

  1. dem Gesundheitskompass: einer gemeinsamen Vision und einer kollektiven Agenda für Gesundheit in der Europäischen Region der WHO;
  2. dem Arbeitsprogramm von WHO/Europa: einer Reihe gezielter Prioritäten und Maßnahmen, die WHO/Europa zwischen 2026 und 2030 mit und für die Mitgliedstaaten durchführen wird; Erstmals wird jede Maßnahme eingestuft: als kritisch, ressourcenabhängig oder unterstützend. Das Arbeitsprogramm umfasst fünf Prioritäten und zwei Sonderinitiativen.
  3. Maßnahmen für ein zukunftssicheres WHO/Europa: die notwendigen organisatorischen Veränderungen, damit WHO/Europa ein zuverlässiger, zielgerichteter und reaktionsschneller Partner bleibt.

Das EPW 2 baut auf dem ersten Europäischen Arbeitsprogramm 2020–2025 – „Gemeinsam für mehr Gesundheit in Europa“ auf und trägt zur Verwirklichung von globalen Gesundheitsinitiativen wie dem Vierzehnten Allgemeinen Arbeitsprogramm der WHO und den Zielen für nachhaltige Entwicklung bei.

Nach umfassenden Konsultationen wurde das EPW 2 im Oktober 2025 auf der 75. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa von allen 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO einstimmig angenommen.




The WHO Regional Director for Europe Dr Hans Kluge reporeted on the work of the WHO Regional Office for Europe (WHO/Europe) since the last session of the Regional Committee.

„Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass WHO/Europa der Partner Ihrer Wahl bleibt – mit Arbeit auf höchstem Niveau, wissenschaftlich fundiert, ergebnisverantwortlich und unbeirrbar in seinem Auftrag: ein gesünderes Leben und mehr Wohlbefinden für alle Menschen in unserer Region.“

– Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa



Der Gesundheitskompass: ein Zielkatalog für gemeinsames Handeln

Three generations of people are outdoors, a child is riding a bicycle

Die Gesundheit der Bevölkerung wird durch starke und miteinander verknüpfte Megatrends neu geprägt – von geopolitischer Instabilität und Klimawandel bis hin zu demografischen Veränderungen, der Zunahme chronischer Erkrankungen und rasantem technologischen Wandel.

Diese Trends bewirken eine Neudefinition der Risiken, vor denen wir stehen, der Bedürfnisse unserer Bevölkerung und der Kapazitäten, die die Gesundheitssysteme benötigen, um zweckdienlich und effektiv zu bleiben.

Sicherheit, Solidarität, Nachhaltigkeit und Vertrauen sind die zugrundeliegenden Werte des zweiten Europäischen Arbeitsprogramms 2026–2030 (EPW 2), die notwendig sind, um angesichts disruptiver Einflüsse nicht die Orientierung zu verlieren.

Der im EPW 2 enthaltene Gesundheitskompass zeigt die grundlegenden Veränderungen auf, die die Länder vornehmen müssen, um eine sichere Europäische Region zu schaffen, nichtübertragbare Krankheiten und psychische Erkrankungen wirksam zu bekämpfen, Gesundheit und Wohlbefinden im gesamten Lebensverlauf zu fördern, die Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen, Daten und Technologien gezielt zu nutzen und die Gesundheitssysteme zu stärken.

Die übergeordnete Vision des EPW 2 besteht darin, dass alle Menschen gesünder und länger leben und der Schutz der Gesundheit zu einer universellen Aufgabe wird.

Das Arbeitsprogramm von WHO/Europa: Fünf Schwerpunktbereiche

Three generations reading a book on the couch

Die Maßnahmen von WHO/Europa bis 2030 sind in fünf Prioritäten gegliedert. Sie sollen die Mitgliedstaaten bei der Verwirklichung gemeinsamer Ziele im Einklang mit ihren nationalen Strategien für Gesundheit und Entwicklung unterstützen.

Diese vorrangigen Handlungsfelder sind:

  • Maximierung der Gesundheitssicherheit: Stärkung von Bereitschaftsplanung, Früherkennung und schnellen Sofortmaßnahmen bei Krisen zum Schutz von Gesellschaften und Volkswirtschaften;
  • Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten und Einflussnahme auf Triebkräfte für Gesundheit: Stärkung ressortübergreifender Maßnahmen zur Berücksichtigung der sozialen, wirtschaftlichen und umweltbedingten Determinanten sowie der Rolle kommerzieller Einflussfaktoren und digitaler Technologien;
  • Altern bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit: Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden und Prävention von Krankheit in allen Altersgruppen zur Gewährleistung eines längeren, gesünderen, aktiveren und würdigeren Lebens;
  • Förderung von Maßnahmen im Bereich Klima und Gesundheit: Schutz der Bevölkerung vor Umweltrisiken und umweltverträgliche Gestaltung der Gesundheitssysteme; und
  • Gestaltung der Gesundheitssysteme der Zukunft: Nutzung von Innovationen und Technologien zur Schaffung gerechter, effizienter und widerstandsfähiger Gesundheitssysteme.

Die Wirkung des zweiten Europäischen Arbeitsprogramms 2026–2030 (EPW 2) wird durch zwei bereichsübergreifende Sonderinitiativen verstärkt.

Mit der ersten soll das Gesundheitswesen in die Lage versetzt werden, auf die Epidemie der Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu reagieren.

Die zweite Initiative positioniert die primäre Gesundheitsversorgung als Plattform für die grundlegende Umgestaltung der Gesundheitssysteme.

Maßnahmen für ein zukunftssicheres WHO/Europa

Two children wearing helmets smile at each other while riding bikes

Im dritten Teil des zweiten Europäischen Arbeitsprogramms 2026–2030 (EPW 2) wird erläutert, wie WHO/Europa seine Prioritäten umsetzen kann.

WHO/Europa bemüht sich darum zu gewährleisten, dass das EPW 2 trotz begrenzter Ressourcen umgesetzt wird: durch Rückbesinnung auf das Kernmandat der WHO – auf das, was nur die WHO zum Schutz der Gesundheit tun kann –, durch Festlegung von Prioritäten für systemrelevante Aktivitäten, durch Maximierung der Effizienz und Eindämmung der Ausgaben sowie durch Mobilisierung nachhaltiger Finanzmittel.

Die WHO sammelt Daten für die Berichterstattung über Fortschritte und Engpässe bei der Umsetzung des EPW 2, die als Grundlage für den Dialog mit den Mitgliedstaaten über Kurskorrekturen dienen sollen.

WHO/Europa hat sein Hauptaugenmerk wieder auf fachliche und operative Exzellenz gerichtet, Verbesserungen durch Künstliche Intelligenz forciert, indem es eine Kultur der Innovation und des kontinuierlichen Lernens gefördert, einen unabhängigen wissenschaftlichen Beirat eingerichtet und zur Festlegung gesamteuropäischer Ziele in der Gesundheitsforschung beigetragen hat.

Die partizipative Organisationsführung und die Ausrichtung der Aktivitäten an ihrer Wirkung auf Ebene der Länder bleiben weiterhin Leitprinzipien. Der Ständige Ausschuss des Regionalkomitees trägt weiterhin maßgeblich dazu bei, dass die Eigenverantwortung für das EPW 2 vollständig bei den Mitgliedstaaten liegt.

Schließlich ist WHO/Europa auch bestrebt, ein Top-Arbeitgeber der ersten Wahl zu sein, indem es die besten Talente anwirbt und fördert und dabei kulturelle, geschlechterbezogene und geografische Vielfalt gebührend berücksichtigt und indem es für ein respektvolles und unterstützendes Arbeitsumfeld sorgt.